Eine systematische Auswahl in zwei Wochen — statt Bauchentscheidung
Die Wahl der falschen Webagentur kostet schnell 5- bis 6-stellig — durch verpasste Anfragen, schlechte Conversion und Re-Builds. Die richtige Wahl ist nicht Zufall: Es gibt einen klaren, wiederholbaren Prozess.
Hier ist er.
Schritt 1 — Bedarf intern klären
Bevor Sie eine einzige Agentur kontaktieren, beantworten Sie schriftlich (eine A4-Seite reicht):
- Welches konkrete Geschäftsziel soll die Website erreichen? Mehr Anfragen, höhere Markenstärke, Recruiting, Online-Verkauf?
- Wer ist die Zielgruppe? Konkret, nicht „Mittelstand". Lieber „Geschäftsführer von Handwerksbetrieben zwischen 20 und 80 Mitarbeitern in Süddeutschland".
- Welchen Conversion-Pfad soll der Besucher gehen? Anfrage? Termin? Kauf? Newsletter?
- Wo stehen Sie heute? Was funktioniert an Ihrem aktuellen Auftritt nicht?
Prüf-Frage: Wenn Sie diese vier Fragen nicht in zwei Sätzen pro Frage beantworten können, ist es zu früh für die Agentur-Suche.
Schritt 2 — Budget-Rahmen festlegen
Setzen Sie eine ehrliche, intern abgestimmte Spanne — Minimum und Maximum. Faustregel: Investieren Sie etwa ein Drittel eines durchschnittlichen Auftragswertes für die Website.
Typische Spannen 2026 (siehe auch Was kostet eine Website 2026?):
- Solounternehmer mit kleinen Aufträgen: 1.500–5.000 €
- Mittelständische B2B-Marke: 6.000–18.000 €
- Premium-Marke / Bauträger / Hotel: 20.000–50.000 €
Prüf-Frage: Können Sie das geplante Budget durch zusätzliche Anfragen aus dem ersten Jahr rechtfertigen?
Schritt 3 — 5 Kandidaten-Agenturen identifizieren
Recherchequellen in Reihenfolge der Empfehlung:
- Persönliche Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk.
- Branchenverzeichnisse — Sortlist, Clutch, ProvenExpert, DesignRush.
- Direkte Suche nach „Webagentur [Region]" oder „Webagentur [Branche]".
- LinkedIn — wer ist in Ihrer Region aktiv und sichtbar?
- Magazine — t3n, OMR Reports, internetworld haben regelmäßig Agentur-Rankings.
Prüf-Frage: Hat jede Kandidaten-Agentur mindestens ein Referenz-Projekt in Ihrer Branche oder Ihrer Region?
Schritt 4 — Portfolios und Referenzen prüfen
Pro Kandidat: Mindestens 3 live laufende Projekte ansehen. Achten Sie konkret auf:
- Lighthouse-Performance der gezeigten Sites (lighthouse.dev oder pagespeed.web.dev). Werte unter 80 sind ein Warnsignal — die Agentur kennt CWV nicht.
- Echte Eigenständigkeit des Designs. Wirken alle Sites gleich? Dann ist es ein Template-Anbieter, kein strategischer Partner.
- Nachweisbare Ergebnisse in den Case Studies. Vage Aussagen („wir konnten das Wachstum steigern") sind wertlos — konkrete Zahlen („+47 % Anfragen in 90 Tagen") sind das Maß.
Prüf-Frage: Würden Sie als Außenstehender auf eine der gezeigten Sites selbst Anfragen senden?
Schritt 5 — Erstgespräche führen
Setzen Sie 30–45 Minuten pro Gespräch an. Was Sie beobachten sollten:
- Wer stellt zuerst Fragen? Gute Agenturen fragen nach Ihrem Geschäftsmodell, Ihren Zielgruppen, Ihrem aktuellen Funnel. Schlechte präsentieren sofort Methoden, Stile, Tools.
- Spricht die Agentur über Strategie oder über Design-Trends?
- Persönliche Chemie. Sie werden 2 bis 6 Monate eng zusammenarbeiten. Wenn das erste Gespräch zäh ist, wird es nicht besser.
- Ehrlichkeit über Grenzen. Eine gute Agentur sagt klar, was sie nicht macht — Buchungssysteme, mehrsprachige Mega-Sites, sehr spezielle Branchen-Tools.
Prüf-Frage: Habe ich nach dem Gespräch das Gefühl, besser zu verstehen, was meine Website leisten soll — oder fühle ich mich nur „verkauft"?
Schritt 6 — Angebote vergleichen
Pro Angebot prüfen:
| Bereich | Was steht drin? |
|---|---|
| Phasen | Discovery, Strategie, Design, Development, Launch — alle benannt? |
| Festpreis pro Phase | Oder offenes Stundenkontingent? |
| Inkludiertes | Content-Arbeit, technisches SEO, Schulung, Übergabe-Dateien |
| Wartung danach | Reaktiv oder aktiv, monatlich oder pro Vorgang? |
| Antwortzeiten | Garantiert oder „so schnell wie möglich"? |
| Nutzungsrechte | Bekomme ich alle Quelldateien? |
Prüf-Frage: Wenn das Projekt unter Stress gerät — habe ich Festpreis-Sicherheit oder läuft die Stundenuhr?
Schritt 7 — Vertrag verbindlich abschließen
Vor der Unterschrift unbedingt klären:
- Meilensteine mit Abnahmekriterien. „Strategie-Phase abgeschlossen" muss messbar sein.
- Festpreis pro Phase, nicht Pauschal für das ganze Projekt — falls Sie nach Phase 1 abbrechen wollen, ist das fair.
- Verlängerungs-Optionen. Was kostet eine zusätzliche Iteration, wenn nötig?
- Nutzungsrechte an Quelldateien. Logo-SVG, Design-Files, Code-Repository — alles sollte am Ende bei Ihnen sein.
- Wartungsklausel. Was passiert nach Launch? Pflichten beider Seiten klar?
Prüf-Frage: Wäre dieser Vertrag fair, wenn beide Seiten — Sie und die Agentur — ihn beim Anwalt gegenlesen lassen?
Zusammenfassung — Ihre Checkliste
- ☐ Bedarf intern auf einer A4-Seite geklärt
- ☐ Budget-Spanne abgestimmt
- ☐ 5 Kandidaten identifiziert
- ☐ Pro Kandidat 3 Referenzen geprüft (Performance, Design, Ergebnisse)
- ☐ Erstgespräche geführt — wer fragt zuerst?
- ☐ Angebote nach 6 Bereichen verglichen
- ☐ Vertrag mit Meilensteinen + Festpreis pro Phase + Quelldatei-Übergabe
Was Eye Catcher Studios anders macht
Wir arbeiten nach diesem Prozess — auf unserer Seite. Erstgespräch kostenfrei, klare Phasen-Angebote, Festpreis pro Phase, vollständige Quelldatei-Übergabe.
Wenn Sie überlegen, ob ein Projekt mit uns Sinn macht: Schreiben Sie uns kurz — wir antworten innerhalb von 24 Stunden, auch wenn die Antwort manchmal „in Ihrem Fall passen wir nicht" lautet.